Lohnt sich ein E-Auto im Fuhrpark – was kostet es wirklich?
Ob ein E-Auto im Fuhrpark günstiger ist als ein Diesel, entscheiden drei Größen: Jahresfahrleistung, durchschnittlicher Ladestrompreis (Ladeort-Mix) und Haltedauer. In unserer Vier-Jahres-Beispielrechnung rechnet sich das E-Auto im Stadtbetrieb ab rund 14.000 Kilometern pro Jahr, solange der Ladestrom im Schnitt unter etwa 36 Cent je kWh netto kostet. Auf der Langstrecke liegt der Kipppunkt bei etwa 43,5 Cent je kWh.
TCO beim E-Auto: Die Total Cost of Ownership eines Elektrofahrzeugs umfasst alle Kosten über die Nutzungsdauer – Wertverlust, Ladestrom, Wartung, Versicherung, Steuern und Ladeinfrastruktur –, umgerechnet pro Kilometer, damit sie direkt mit einem Verbrenner vergleichbar ist.
Wichtig: Alle Zahlen in diesem Beitrag sind eigene Beispielannahmen, keine Marktdurchschnitte und keine Angebote. Sie zeigen, wie das Ergebnis von Fahrprofil und Strompreis abhängt. Für deinen Fuhrpark musst du die Werte durch deine eigenen ersetzen. Steuerliche Angaben ohne Gewähr, Stand: 30. Oktober 2026.
Dieser Beitrag rechnet nur eine Frage durch: Wie verhalten sich E-Auto und Verbrenner über die Nutzungsdauer, wenn sich Fahrprofil und Strompreis ändern? Marktdaten nach Fahrzeugklasse, Leasing und Ladeinfrastruktur behandelt unser Ratgeber E-Autos im Firmenleasing 2026. Die allgemeine TCO-Formel mit allen neun Kostenarten steht in Fuhrparkkosten berechnen.
Das Wichtigste in Kürze
- Es gibt kein pauschales Ja oder Nein: In beiden Beispielszenarien liegen E-Auto und Diesel über vier Jahre nur wenige Hundert Euro auseinander.
- Der Ladestrompreis entscheidet: Unter etwa 36 ct/kWh (Stadt) bzw. 43,5 ct/kWh (Langstrecke) netto ist das E-Auto in unserem Modell günstiger.
- Viel fahren verstärkt jeden Effekt: Auf der Langstrecke wirkt jeder Cent Strompreis gut dreimal so stark wie in der Stadt – positiv wie negativ.
- Schnellladen ist der größte Kostentreiber: Wer auf der Langstrecke überwiegend am Depot oder zu Hause lädt, dreht das Ergebnis zugunsten des E-Autos.
- Steuern 2027: Keine Kfz-Steuer für neue E-Autos bis mindestens Ende 2035; 75 % Abschreibung im Anschaffungsjahr nur noch für Käufe bis 31.12.2027.
Welche Kostenblöcke unterscheiden E-Auto und Verbrenner?
Ein E-Auto ist in der Anschaffung teurer, im Betrieb günstiger. Ob sich das ausgleicht, hängt an sechs Kostenblöcken, die sich zwischen den Antrieben tatsächlich unterscheiden:
- Wertverlust: Der höhere Kaufpreis des E-Autos führt bei gleichem Restwertanteil zu einem höheren absoluten Wertverlust. Beim Leasing steckt er in der Rate.
- Energie: Ladestrom kostet pro Kilometer meist deutlich weniger als Diesel – aber nur, wenn nicht überwiegend am Schnelllader geladen wird.
- Wartung und Verschleiß: Kein Ölwechsel, weniger Bremsenverschleiß durch Rekuperation, weniger Verschleißteile im Antrieb.
- Versicherung: Je nach Modell und Tarif kann sie beim E-Auto etwas höher liegen.
- Kfz-Steuer: Reine E-Autos sind befreit, der Diesel zahlt jedes Jahr.
- Ladeinfrastruktur: Wallbox am Standort oder beim Fahrer – ein Kostenblock, den der Verbrenner nicht hat.
Kostenblöcke, die bei beiden Antrieben gleich sind – etwa Reinigung, Parkgebühren oder Verwaltungsaufwand –, verändern den Vergleich nicht und bleiben in der Rechnung deshalb außen vor.
Mit welchen Annahmen rechnen wir?
Verglichen werden ein E-Auto und ein Diesel der Kompaktklasse, gekauft und vier Jahre gehalten. Alle Beträge sind netto, weil ein vorsteuerabzugsberechtigtes Unternehmen die Mehrwertsteuer zurückerhält. Zinsen bleiben außen vor.
| Annahme | E-Auto | Diesel |
|---|---|---|
| Anschaffungspreis (netto) | 42.000 € | 36.000 € |
| Restwert nach 4 Jahren – Stadt | 45 % | 45 % |
| Restwert nach 4 Jahren – Langstrecke | 30 % | 30 % |
| Verbrauch Stadt | 17 kWh/100 km | 6,0 l/100 km |
| Verbrauch Langstrecke | 20 kWh/100 km | 5,5 l/100 km |
| Energiepreis (netto) | Mix je Szenario, siehe unten | 1,85 €/l |
| Wartung und Verschleiß | 2,5 ct/km | 4,0 ct/km |
| Versicherung | 1.000 €/Jahr | 900 €/Jahr |
| Kfz-Steuer | 0 € (§ 3d KraftStG) | 263 €/Jahr |
| Ladeinfrastruktur (Anteil je Fahrzeug) | 1.200 € | – |
Szenario Stadt: 15.000 km pro Jahr, also 60.000 km in vier Jahren. Geladen wird zu 80 % am Depot oder zu Hause, zu 20 % an öffentlichen AC-Säulen.
Szenario Langstrecke: 40.000 km pro Jahr, also 160.000 km in vier Jahren. Geladen wird je zur Hälfte am Depot oder zu Hause und an Schnellladern.
Ladepreise je Ladeort (eigene Annahmen, netto): Depot und Erstattung für Heimladen 30 ct/kWh, öffentliches AC-Laden 45 ct/kWh, Schnellladen 60 ct/kWh. Daraus ergibt sich ein durchschnittlicher Ladepreis von 33 ct/kWh in der Stadt (0,8 × 30 + 0,2 × 45) und 45 ct/kWh auf der Langstrecke (0,5 × 30 + 0,5 × 60).
Zur Einordnung: Der BDEW nennt in seiner Strompreisanalyse vom Oktober 2026 für Haushalte durchschnittlich 37,3 ct/kWh im bisherigen Jahresverlauf 2026 und für kleine bis mittlere Industriebetriebe 17,9 ct/kWh. Der Dieselpreis lag laut ADAC Ende September 2026 im Wochenschnitt bei 2,409 €/l, bevor ab 1. Oktober eine befristete Energiesteuersenkung um 16,7 Cent je Liter griff. Unsere Annahme von 1,85 €/l netto entspricht rund 2,20 €/l brutto und liegt damit bereits leicht unter den rund 2,24 €/l, die sich bei voller Weitergabe der Steuersenkung aus dem ADAC-Wert ergäben; fällt der Diesel weiter, verschiebt sich das Ergebnis Richtung Diesel, und zuerst kippt das knappe Stadtszenario (ab rund 1,75 €/l netto bzw. 2,09 €/l brutto).
Die Kfz-Steuer des Diesels ist nach § 9 KraftStG für ein Beispielfahrzeug mit 1.968 cm³ und 130 g CO2/km berechnet: 20 × 9,50 € Hubraumanteil plus 20 g × 2,00 € und 15 g × 2,20 € CO2-Anteil ergeben 263 Euro pro Jahr.
Wann rechnet sich das E-Auto (Stadt vs. Langstrecke)?
Mit den Annahmen oben liegen beide Antriebe in beiden Szenarien fast gleichauf. In der Stadt ist das E-Auto knapp günstiger, auf der Langstrecke knapp der Diesel. Die Unterschiede sind kleiner als die Unsicherheit einzelner Annahmen – genau deshalb lohnt der Blick auf die Kipppunkte.
| Kostenblock (4 Jahre, netto) | Stadt E-Auto | Stadt Diesel | Langstrecke E-Auto | Langstrecke Diesel |
|---|---|---|---|---|
| Wertverlust | 23.100 € | 19.800 € | 29.400 € | 25.200 € |
| Energie | 3.366 € | 6.660 € | 14.400 € | 16.280 € |
| Wartung und Verschleiß | 1.500 € | 2.400 € | 4.000 € | 6.400 € |
| Versicherung | 4.000 € | 3.600 € | 4.000 € | 3.600 € |
| Kfz-Steuer | 0 € | 1.052 € | 0 € | 1.052 € |
| Ladeinfrastruktur | 1.200 € | – | 1.200 € | – |
| Summe | 33.166 € | 33.512 € | 53.000 € | 52.532 € |
| Kosten pro Kilometer | 55,3 ct | 55,9 ct | 33,1 ct | 32,8 ct |
| Ergebnis | E-Auto 346 € günstiger | Diesel 468 € günstiger |
Abbildung 1: Kostenvergleich und Kipppunkt Ladestrompreis in beiden Szenarien. Eigene Beispielrechnung, Stand 30. Oktober 2026.
Stadt: Das E-Auto startet mit 3.848 Euro Nachteil aus Wertverlust, Versicherung und Wallbox abzüglich der gesparten Kfz-Steuer. Diesen Rückstand holt es über günstigere Energie (5,6 statt 11,1 ct/km) und Wartung ein – bei 60.000 km gerade so.
Langstrecke: Hier spart das E-Auto pro Kilometer weniger, weil die Hälfte des Stroms am teuren Schnelllader geladen wird: 9,0 ct/km Energie gegenüber 10,2 ct/km beim Diesel. Die hohe Laufleistung reicht dann nicht, um den höheren Wertverlust auszugleichen.
Wo liegt der Kipppunkt bei der Fahrleistung?
Im Stadtszenario braucht das E-Auto rund 55.000 Kilometer, um seinen Startnachteil einzuholen – bei vier Jahren Haltedauer also rund 14.000 km pro Jahr. Darunter bleibt der Diesel günstiger, darüber das E-Auto. Diese Rechnung hält den Restwertanteil fest; in der Praxis sinkt der Restwert mit steigender Laufleistung bei beiden Antrieben.
Auf der Langstrecke hilft mehr Fahrleistung allein nicht: Bei 45 ct/kWh spart das E-Auto nur rund 2,7 Cent je Kilometer an Energie und Wartung. Der Hebel liegt dort beim Strompreis, nicht bei den Kilometern.
Welche Rolle spielt die Haltedauer?
Die Haltedauer verteilt den Mehrpreis des E-Autos auf mehr Kilometer. Je länger ein Fahrzeug bei gleicher Jahresfahrleistung im Fuhrpark bleibt, desto eher holt der günstigere Betrieb den höheren Wertverlust ein – vorausgesetzt, der Restwertabstand zwischen E-Auto und Verbrenner wächst nicht. Wie sich Restwerte von E-Autos nach sechs oder acht Jahren entwickeln, ist am Markt noch wenig belegt; diese Größe solltest du deshalb vorsichtig ansetzen.
Wie stark hängt das Ergebnis vom Strompreis ab?
Der durchschnittliche Ladestrompreis ist die empfindlichste Stellschraube der ganzen Rechnung. Die Tabelle zeigt, um wie viel das E-Auto über vier Jahre günstiger (+) oder teurer (−) ist als der Diesel, wenn sich nur der Ø-Ladepreis ändert und alle anderen Annahmen gleich bleiben:
| Ø-Ladestrompreis (netto) | Stadt (60.000 km) | Langstrecke (160.000 km) |
|---|---|---|
| 25 ct/kWh | +1.162 € | +5.932 € |
| 30 ct/kWh | +652 € | +4.332 € |
| 35 ct/kWh | +142 € | +2.732 € |
| 40 ct/kWh | −368 € | +1.132 € |
| 45 ct/kWh | −878 € | −468 € |
| 50 ct/kWh | −1.388 € | −2.068 € |
| 55 ct/kWh | −1.898 € | −3.668 € |
| Kipppunkt | ≈ 36 ct/kWh | ≈ 43,5 ct/kWh |
Jede Veränderung um 5 Cent je kWh verschiebt das Ergebnis in der Stadt um rund 510 Euro, auf der Langstrecke um rund 1.600 Euro. Der Grund ist einfach: Auf der Langstrecke wird gut dreimal so viel Strom verbraucht (32.000 statt 10.200 kWh).
Den Ø-Ladepreis steuerst du vor allem über den Ladeort-Mix. Lädt das Langstreckenfahrzeug nur 30 statt 50 Prozent am Schnelllader, sinkt der Mix in unserem Modell von 45 auf 39 ct/kWh – und das E-Auto liegt über vier Jahre rund 1.450 Euro vor dem Diesel.
Und was passiert, wenn sich der Dieselpreis ändert?
Der Dieselpreis wirkt spiegelbildlich. Steigt er in unserem Modell um 20 Cent auf 2,05 €/l netto, liegt das E-Auto in der Stadt rund 1.070 Euro und auf der Langstrecke rund 1.290 Euro vorn. Fällt er auf 1,65 €/l netto, ist der Diesel in der Stadt rund 370 Euro und auf der Langstrecke rund 2.230 Euro günstiger. Ob die im Oktober 2026 eingeführte Energiesteuersenkung 2027 weiter gilt, ist zum Stand dieses Beitrags offen.
Welche Förderungen und Steuervorteile zählen 2027?
Für den Kostenvergleich aus Unternehmenssicht zählen 2027 vor allem zwei Regeln – eine dritte betrifft nur den Fahrer:
- Kfz-Steuerbefreiung: Reine Elektrofahrzeuge mit Erstzulassung bis zum 31. Dezember 2030 sind nach § 3d KraftStG für zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit, längstens bis zum 31. Dezember 2035. Ein 2027 zugelassenes E-Auto zahlt damit über die gesamte Haltedauer unseres Beispiels keine Kfz-Steuer.
- 75 % Abschreibung im Anschaffungsjahr: Nach § 7 Abs. 2a EStG können gekaufte Elektrofahrzeuge im Anlagevermögen im Jahr der Anschaffung zu 75 Prozent abgeschrieben werden, danach 10, 5, 5, 3 und 2 Prozent. Das gilt für Anschaffungen nach dem 30. Juni 2025 und vor dem 1. Januar 2028 – 2027 ist also das letzte Jahr. Die Regel verschiebt Steuerlast nach hinten und verbessert die Liquidität, senkt die Fahrzeugkosten selbst aber nicht. In unserer Rechnung ist sie deshalb nicht enthalten. Bei Leasing greift sie nicht.
- Kaufprämie: Die seit 2026 laufende E-Auto-Kaufförderung des Bundes richtet sich laut Bundesregierung an Privatpersonen mit einer Einkommensgrenze. Ob und wie Unternehmen antragsberechtigt sind, nennt die Seite nicht ausdrücklich – für einen Firmenfuhrpark planen wir die Prämie deshalb nicht ein.
Der niedrigere geldwerte Vorteil durch die 0,25-%-Regel ist Sache des Fahrers: Er senkt die Steuer des Mitarbeitenden, nicht die Kosten des Unternehmens, und gehört deshalb nicht in die Unternehmens-TCO. Für die Akzeptanz eines E-Dienstwagens ist er trotzdem oft entscheidend – alle Regeln und ein Rechenbeispiel stehen in Dienstwagenbesteuerung beim Elektroauto.
Steuerliche Angaben ohne Gewähr, Stand 30. Oktober 2026. Für verbindliche Auskünfte zu deinem Unternehmen wende dich an deine Steuerberatung.
Wie überträgst du die Rechnung auf deinen Fuhrpark?
Die Beispielrechnung wird erst nützlich, wenn du sie mit echten Werten füllst. Fünf Daten machen den Großteil des Ergebnisses aus:
- Jahresfahrleistung je Fahrzeug aus Tankkarten, Fahrtenbüchern oder Kilometerständen – nicht aus dem Leasingvertrag.
- Ladeort-Mix je Fahrer: Wer kann am Standort oder zu Hause laden, wer ist auf Schnelllader angewiesen?
- Deine tatsächlichen Strompreise für Depot, Heimladen-Erstattung und Ladekarte.
- Angebote für beide Antriebe mit Kaufpreis oder Leasingrate und kalkuliertem Restwert.
- Wartungs- und Versicherungskosten der bisherigen Verbrenner als Vergleichsbasis.
Rechne dann nicht ein Durchschnittsfahrzeug, sondern Fahrprofile: Fahrzeuge mit planbaren Strecken und Lademöglichkeit am Standort kippen meist zuerst zugunsten des E-Autos. Fahrzeuge mit viel Schnellladen gehören ans Ende der Liste.
Mit der RONYA-Fuhrparkverwaltung ordnest du Kosten wie Energie, Wartung und Versicherung dem einzelnen Fahrzeug zu und siehst die Kosten pro Kilometer je Fahrzeug – die Grundlage, um E-Auto und Verbrenner mit deinen eigenen Zahlen zu vergleichen. Wenn du wissen willst, wo in deinem Fuhrpark das größte Sparpotenzial liegt, hilft dir die kostenfreie Auswertung.
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Methodik und Transparenzhinweis
So sind wir vorgegangen: Alle Fahrzeug-, Verbrauchs-, Restwert-, Wartungs-, Versicherungs- und Ladepreiswerte sind eigene Beispielannahmen für ein Kompaktklasse-Fahrzeug und keine Marktdurchschnitte. Die Kfz-Steuer des Diesels ist nach § 9 KraftStG berechnet, die Befreiung des E-Autos folgt aus § 3d KraftStG. BDEW- und ADAC-Werte dienen nur der Einordnung der Energiepreis-Annahmen. Nicht enthalten sind Zinsen, Sonderabschreibungen, Förderprämien und der geldwerte Vorteil des Fahrers. Kipppunkte sind linear aus dem Modell berechnet, gerundet. Stand: 30. Oktober 2026. Transparenzhinweis: Dieser Beitrag erscheint im Magazin von RONYA; RONYA ist selbst Anbieter einer Fuhrparksoftware.
Häufige Fragen zu den Kosten von E-Autos im Fuhrpark
Ab wie vielen Kilometern pro Jahr lohnt sich ein E-Auto im Fuhrpark?
Das hängt vor allem vom Ladestrompreis ab. In unserer Beispielrechnung (4 Jahre, Kompaktklasse, Ø-Ladepreis 33 ct/kWh netto) ist das E-Auto ab rund 14.000 Kilometern pro Jahr günstiger als ein vergleichbarer Diesel. Mit günstigerem Strom sinkt diese Schwelle, mit teurerem Schnellladestrom steigt sie deutlich. Alle Werte sind Beispielannahmen.
Was kostet ein E-Auto pro Kilometer im Vergleich zum Diesel?
In unserer Beispielrechnung über vier Jahre kostet das E-Auto im Stadtszenario 55,3 Cent je Kilometer, der Diesel 55,9 Cent. Auf der Langstrecke liegen beide bei rund 33 Cent, der Diesel ist dort knapp günstiger. Die reinen Energiekosten betragen beim E-Auto 5,6 bis 9,0 Cent je Kilometer, beim Diesel 10,2 bis 11,1 Cent.
Wie stark beeinflusst der Strompreis die Kosten eines E-Autos?
Stark, und umso stärker, je mehr gefahren wird. In unserer Beispielrechnung verschieben 5 Cent mehr oder weniger beim durchschnittlichen Ladepreis das Ergebnis über vier Jahre um rund 510 Euro im Stadtszenario und um rund 1.600 Euro auf der Langstrecke. Der Ladeort-Mix aus Depot, Zuhause und Schnelllader ist deshalb der wichtigste Hebel.
Ist ein E-Auto auf der Langstrecke teurer als ein Diesel?
Nicht grundsätzlich. Teuer wird es, wenn ein großer Teil des Stroms an Schnellladern geladen wird. In unserer Beispielrechnung mit 50 Prozent Schnellladen ist der Diesel über vier Jahre rund 470 Euro günstiger; wird nur 30 Prozent schnell geladen, dreht sich das Ergebnis, und das E-Auto liegt rund 1.450 Euro vorn.
Sind E-Autos 2027 noch von der Kfz-Steuer befreit?
Ja. Nach § 3d KraftStG sind reine Elektrofahrzeuge mit Erstzulassung bis zum 31. Dezember 2030 für zehn Jahre von der Kfz-Steuer befreit, längstens bis zum 31. Dezember 2035. Ein E-Auto, das 2027 neu zugelassen wird, zahlt also bis mindestens Ende 2035 keine Kfz-Steuer. Angaben ohne Gewähr.
Gehört der Steuervorteil des Dienstwagenfahrers in die TCO des Unternehmens?
Nein. Die 0,25-%-Regel senkt den geldwerten Vorteil, den der Fahrer versteuert. Das entlastet den Mitarbeitenden, nicht die Fahrzeugkosten des Unternehmens. Für den Kostenvergleich E-Auto vs. Verbrenner zählt sie deshalb nicht, sie kann aber für die Akzeptanz bei den Fahrern entscheidend sein.
Fazit
Ein E-Auto im Fuhrpark ist 2027 weder automatisch günstiger noch automatisch teurer als ein Diesel. In unserer offenen Beispielrechnung liegen beide in Stadt und Langstrecke nur wenige Hundert Euro auseinander – den Ausschlag geben Fahrleistung, Ladeort-Mix und Haltedauer. Wer viel am Depot oder zu Hause lädt, liegt mit dem E-Auto meist vorn; wer überwiegend schnell lädt, rechnet besser genau nach. Ersetze die Annahmen durch deine eigenen Zahlen und entscheide je Fahrprofil, nicht für den ganzen Fuhrpark auf einmal.
Quellen und weiterführende Informationen
Gesetze
- § 3d KraftStG – Steuerbefreiung für Elektrofahrzeuge: Befreiung für Erstzulassungen bis 31.12.2030, zehn Jahre, längstens bis 31.12.2035 (abgerufen am 30. Oktober 2026).
- § 9 KraftStG – Steuersätze: Grundlage der Kfz-Steuer des Beispiel-Diesels.
- § 7 EStG – Absetzung für Abnutzung, Abs. 2a: 75 % Abschreibung im Anschaffungsjahr für Elektrofahrzeuge, angeschafft nach dem 30.06.2025 und vor dem 01.01.2028 (abgerufen am 30. Oktober 2026).
Energiepreise und Förderung
- BDEW: Strompreisanalyse, Oktober 2026. Haushalte 37,3 ct/kWh im bisherigen Jahresverlauf 2026, kleine bis mittlere Industriebetriebe 17,9 ct/kWh.
- ADAC: Benzin und Diesel etwas günstiger, Pressemitteilung vom 30. September 2026. Diesel im Wochenschnitt 2,409 €/l, Energiesteuersenkung um 16,7 ct/l ab 1. Oktober 2026.
- Bundesregierung: E-Auto-Kaufförderung – so beantragen Sie online die Förderung, Stand 8. Oktober 2026.
Weiterlesen im RONYA Magazin
- E-Autos im Firmenleasing 2026: TCO und Steuervorteile – Marktdaten nach Fahrzeugklasse, Leasing, Ladeinfrastruktur
- Fuhrparkkosten berechnen: die vollständige TCO-Formel mit Rechenbeispiel
- Dienstwagenbesteuerung beim Elektroauto
Zuletzt aktualisiert am 30. Oktober 2026. Angaben zu Steuerregelungen ohne Gewähr – für verbindliche Auskünfte konsultiere bitte deine Steuerberatung.